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Mollentest – Heute: Red Ale der Ritter St. Georgen Brauerei

Red_Ale_1Brauerei: Ritter St. Georgen Brauerei, 91790 Nennslingen

Alkohol: 5,6 % vol.

Web: Ritter-Bier

Nach längerer Zeit habe ich mal wieder nicht nur um des Genusses Willen in das Bierlager gegriffen, sondern um auch hier mal wieder einen Mollentest zu veröffentlichen. In die Hand ist mir das Red Ale aus Nennslingen gefallen. Die Brauerei liegt im schönen Naturpark Altmühltal und versteht sich als traditionelle Brauerei mit langer Geschichte, ohne dabei moderne Technologien und Innovationen aus dem Auge zu verlieren. Urkundlich erwähnt wurde die Brauerei erstmals 1645, allerdings wird vermutet, dass bereits im Jahr 1050 die Brauerei ihren Namen verliehen bekam.

Das obergärige Red Ale ist die letzte Neuheit im Portfolio der Brauerei. Ein Red Ale erkennt man in aller Regel an der Farbe, die – welch Wunder – ins rötliche tendiert. Dabei kann es aber auch von dunkel bis amber variieren. Ein Amber Ale könnte man daher auch als Red Ale bezeichnen. Zuweilen wird auch behauptet, dass Red Ales im Grunde klassische Englische Bitter sind, die eben eine rötliche Farbe aufweisen, ansonsten aber auch nichts anderes als Pale Ales sind. Gemeinsam ist allen, dass es sich um ein ausgewogenes Bier mit Röstmalzaromen handelt, die aber auch eine schöne fruchtige Note aufweisen sollten. Worum es sich bei dem hier getesteten Bier handelt, werde ich gleich sehen. Die Brauerei spricht von einem „extravaganten Gourmetbier“, bei dem 4 Hopfensorten aus verschiedenen Anbaugebieten und Pale Ale Gerstenmalz Verwendung fanden, und legt die Latte damit ziemlich hoch.


Subjektive Bewertung

Optik: Die Flasche sieht im Prinzip sehr schön aus. Es handelt sich um eine Sonderflasche mit Sicke am Hals. Das Etikett sieht mit der Goldprägung durchaus edel aus. Ich habe nur immer so ein grundsätzliches Problem mit all den Sonderflaschen, da ich die nie an einer Stelle wieder abgeben kann. Aber das mag nur mein persönliches Problem sein. Im Glas sehen wir eine schöne bronzene Färbung mit guter Verperlung. Der Schaum ist wenig stabil.

Nase: Der erste Geruch, der sehr dominant in die Nase steigt, ist irgendetwas in Richtung Pomelo oder Grapefruit, vielleicht auch etwas Pflaume oder Blaubeere. Das wird aber rasch schwächer oder die Nase gewöhnt sich daran. Sofern man nicht sofort ansetzt, sondern die Nase noch etwas verweilen lässt, kommen dann nach und nach süße malzige und Portweinnoten durch.

Geschmack: Der erste Schluck ist dann überraschend. Ich schmecke zunächst mal nichts von dem, was die Nase wahrgenommen hat, sondern eher (grüne) Weintraube. Die Rezenz ist nicht so, wie es die Verperlung im Glas erwarten lies, sonder etwas schwach. Nach und nach kommt dann das Malzaroma durch. Fruchtigkeit und Malzaromen halten sich die Waage. Im Abgang bleibt dann eine angenehme Bittere auf der Zunge zurück, ich tippe mal insgesamt auf einen IBU-Wert von deutlich unter 50.

Fazit:Das Red Ale aus Nennslingen ist ein gut trinkbares Bier. Besonders das unterschiedliche Spiel der Aromen bei Geruch und Geschmack ist interessant. Mir könnte es geschmacklich aber noch intensiver sein. Nach hinten raus wirkt es mir etwas „wässrig“, das kann dem einen oder anderen aber durchaus zusagen. Ich finde das Bier geschmacklich durchaus gelungen, ich wäre angesichts der mittlerweile großen Auswahl an hervorragenden Craftbieren in Deutschland mit der Bezeichnung „Gourmetbier“ aber etwas vorsichtig. Um Welten besser als „Fernsehplörre“ ist es natürlich allemal. Interessant wäre natürlich auch, wenn der Verbraucher erfahren würde, welche Hopfensorten zum Einsatz gekommen sind. Gäbe es das Red Ale in meiner Nähe zu einem angemessenen Preis, würde ich sicher auch regelmäßig zugreifen. Alles in allem lässt mich das zu sehr guten 4 Punkten greifen.

Punkte: 4 von 6 Punkten

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